| Wie ein Waldkauz das Schreiben lernen wollte. |
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Als Junge glaubte ich, die ganze Welt, insbesondere die Tierwelt sei nur für mich da. So wundere ich mich heute nicht, dass ich den Waldkauz in einem Gebüsch als meinen Gefährten haben wollte. Der junge Kauz jedoch entflog auf einen hohen Baum. Mein Verlangen blieb unverändert. Beim Ersteigen der Nebenfichte, ich fühlte mich auf Bäumen immer wohl, begann ich ihm meine damals noch kurze Lebensgeschichte zu erzählen. Pausenlos plauderte ich mit ihm. Der Waldkauz hörte interessiert zu, blieb ruhig sitzen als ich an seinem Ast zog und ihm immer näher kam. Als ich ihn an seinen Beinen ergriff, zeigte er sein Unbehagen mit einem kurzen klack- klack- klack, dann hörte er wieder auf meine Geschichte. |
Nach vielen Wiederholungen waren wir am Boden und schliesslich zu Hause angekommen Er fühlte sich sehr wohl bei mir bekam er ja auch das richtige Waldkauz-Essen. Ich hatte vor, viele Photographien von ihm zu fertigen, doch dies misslang. Nah dem ersten Blitz schloss der Kauz die Augen sobald ich zum Auslöser griff. Wer mag schon das Blitzlicht in seinen Augen. Jedesmal wenn ich mich an meine kleine Schreibmaschine setzte, flog der Kauz auf meinen Schoss und verfolgte meine Fingerübungen. An einem regnerischen Abend entliess ich ihn in die Freiheit. Drei Tage sass er noch im nahe gelegenen Kirschbaum, sah zu mir herüber, dachte nach über Freiheit oder Abhängigkeit. Er wählte die Freiheit und noch viele Jahre war er in der Umgebung zu sehen |
| So kam es, dass er weder Schreiben noch Lesen erlernt hat. |
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