Margarete Luchting Paysan                               Bilder zu     Odysseas Elytis     Elytisinsel                                   home






24 Bilder zu

Odysseas Elytis
Elytisinsel




Der Salzstein leuchtete und in der großen Stille der mittäglichen See nichts. Nur beständiger Wind. Fortwährend versprengtes Nass.



Und zwei oder drei Vögel
stark und frei
wie das Glück.



Deswegen weil ich allem Künftigen entgegen gelebt und über meine Hände hinaus zum Glück nichts genommen



jetzt wieder war ich berühmt mutterseelenallein wie der Asket bevor seinem Schoss neuer Vulkan entsteigt



Rechts tauchte der Felsen unter und auf der anderen Seite hob das Wild zum Angriff den Kopf



blasiges Wasser um seine zerfressenen Füsse rieb und versprühte Schaum die Sonne knackte Gestein und hoch oben krächzten die Engel.



Jahrtausende später als das Wasser sprang selbst noch die Bitterkeit bewohnbar wurde erscheinen noch immer - schau niedrige Berge Kapellen Leuchttürme. Meine vergangene Gegenwart



Das Kap umrundend in fallenden Reihen die Weinberge auf einer Milchstrasse aus Grün früherer Zeit. Krönender Schaum hervorgetragen von den weissen Madonnen der Wellen auf zweihundert Meter Breite reines Paradies



Wie werden wohl jetzt die Menschen sein? Ob sie sich denn noch fürchten? Auf den krummen Äckern anderen Himmel erhoffen?



Ob es noch Kirschbäume gibt? Und welche Heilige tut auf dem bildergeschmückten Kalk jetzt ihre Wunder



Gott war in der Luft zu greifen es roch nach Bienen und gestrigem Regen am Berg einen Augenblick lang zog singend jene an dir vorbei die du im Garten der Selbsttäuschung gesehen doch nicht berührt



Woanders. Woanders vollzieht sich das ewige Wunder über dem grossen Kastell diese Hand die den Zeiten das Unbrauchbare zurückgibt wird sich wie eine Sonnenblume auftun.



Und Läufer mit griechischer Zunge bringen die Botschaft



Ellenweit von den Höhen des Hügels tönen die öden Inseln wie ein schweres wildes Tier schlief Asien fern in der Tiefe frisch von der Verbene geschnitten taumelte in der Brise ein Mädchen und es glänzte sein Fuss.



Wie bei heiterem Wetter die Worte eines dem anderen sich hingibt zeigt sich das rätselhafte Mädchen Seeigel und Veilchen im vollen Korb du wähnst: das sind deine Lieben mit Stachel und Wohlgeruch



Wild drehte der Turm der zwölf Monate sich gegen die Zeiten und man hörte das >recht so< der Bäume ins Schwarze treffen



im Vorübergehen verteilte ein kleiner Juli die Gesetze: einem jeden sein Keuschlamm rief er aus



Und der Tag an dem du verzweifelt kam zurück wie ein Echo doch endlos



und die kleinen Trauern mit ihrer heimlichen roten Blume zitternde Schatten unberührtes Laub der Himmel über dem Wasser das der Verstand nur befühlt



Am selben Tag läuteten die Glocken zur Feier der Ajia Paraskevi und die grossen viereckigen Häuser ergriff Stück um Stück ein Luftzug



Drei Stunden höher zogen mit offenem Segel die Dächer im Schlepptau.



Und hätte auch niemals verstanden ein Archäologe der Zukunft und Himmel wie viele Tränen vergossen. Doch nicht umsonst.



Denn auch die Tränen sind unverlierbares Vaterland dort wo sie einmal glänzten erschien später die Wahrheit.
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